Team Site oder Communication Site? | Teamsware

🏛️ Team Site oder Communication Site – welcher SharePoint-Site-Typ passt?

SharePoint stellt zwei zentrale Site-Typen bereit: Team Sites als digitale Arbeitsräume und Communication Sites als digitale Informationsräume. Die Wahl ist keine Designfrage – sie bestimmt Berechtigungen, Governance, Teams-Integration und den späteren Betrieb.

Ein häufiger Fehler in der Praxis: Der Site-Typ wird nach optischer Vorliebe ausgewählt. Entscheidend ist aber das tatsächliche Nutzungsmuster – arbeiten viele gemeinsam an Inhalten oder lesen viele die Inhalte weniger Autoren?

🎯 Auf einen Blick

Team Site = Arbeitsraum. Viele Autoren, gemeinsame Dateien und Listen, Anbindung an Microsoft Teams. FĂźr Projekte, Fachabteilungen, Bauakten.

Communication Site = Informationsraum. Wenige Autoren, viele Leser, kuratierte Inhalte. FĂźr Intranet, QM-, HR- und Schulungsportale.

Beim Erstellen einer Communication Site wird keine Microsoft-365-Gruppe erzeugt – das ist der wichtigste technische Unterschied.

💡 Grundidee

Stellen Sie sich vor der Entscheidung eine einzige Frage:

„Wird hier gemeinsam gearbeitet – oder wird hier informiert?"

Gemeinsam gearbeitet → Team Site. Informiert → Communication Site.

🤝 Wofür ist eine Team Site da?

Eine Team Site verbindet ein Team mit gemeinsamen Inhalten und Ressourcen: Dateien speichern und gemeinsam bearbeiten, Listen erstellen und verwalten, Projektstatus und Aufgaben nachverfolgen. Sie ist die richtige Wahl, wenn mehrere Personen aktiv an denselben Inhalten arbeiten.

  • Fokus auf Zusammenarbeit, Co-Authoring und gemeinsame Arbeitsstände
  • FĂźr definierte Teams, Projektgruppen oder Stakeholderkreise
  • Integration mit Microsoft-365-Gruppe, Teams, Planner und Kalender
  • Typische Einsatzfälle: Projektteams, Fachabteilungen, Bauakten, PMO-Strukturen, Angebotsprozesse

📢 Wofür ist eine Communication Site da?

Eine Communication Site ist für breite Kommunikation ausgelegt. Der Schwerpunkt liegt nicht auf gemeinsamer Bearbeitung, sondern auf gut konsumierbaren, visuell hochwertigen und kuratierten Informationen – wenige pflegen, viele lesen.

  • Fokus auf News, Richtlinien, Reports und zentrale Inhalte
  • FĂźr große Zielgruppen, häufig organisationsweit
  • Beim Erstellen wird keine Microsoft-365-Gruppe erzeugt
  • Berechtigungen laufen Ăźber SharePoint-Gruppen: Owners, Members, Visitors
  • Typische Einsatzfälle: Intranet, QM-Portal, HR-Portal, Schulungsportal, Wissensbereiche

📊 Die beiden Site-Typen im Vergleich

KriteriumTeam SiteCommunication Site
Primärer ZweckZusammenarbeit in Team, Projekt oder FachbereichBreite Kommunikation und Information
ZielgruppeDefinierte Gruppe, Projektteam, AbteilungBreite Zielgruppe, häufig ganze Organisation
AutorenmodellViele Mitglieder erstellen InhalteWenige Autoren, viele Leser
Microsoft-365-GruppeJa – wird standardmäßig verbundenNein – wird beim Erstellen nicht erzeugt
Teams-IntegrationSehr gut – Teams-verbundene ArbeitsräumeKeine eigene Teams-Anbindung; nur als Registerkarte einbindbar
BerechtigungenÜber Microsoft-365-Gruppe bzw. TeamsÜber SharePoint-Gruppen (Owners/Members/Visitors)
Typische InhalteDokumente, Listen, Aufgaben, ProjektstatusNews, Richtlinien, Reports, Wissensinhalte
LifecycleProjektbezogen: anlegen, nutzen, archivierenLanglebig: redaktionelle Pflege und Review-Zyklen

🧭 Entscheidungshilfe: Welcher Typ ist der richtige?

Beantworten Sie die Prüffragen der Reihe nach – die erste zutreffende Antwort gibt die Richtung vor:

PrĂźffrageEmpfehlung
Bearbeiten mehrere Personen aktiv gemeinsam Inhalte?Team Site
Soll Microsoft Teams die zentrale Arbeitsoberfläche sein?Team Site
Sind Aufgaben, Kalender, Planner oder operative Listen im Spiel?Team Site
Gibt es wenige Autoren und viele Leser?Communication Site
Geht es um News, Richtlinien oder Wissensvermittlung?Communication Site
Ist die Site eine langfristige Wissensquelle oder ein Portal?Communication Site
Sollen mehrere Sites eine gemeinsame Navigation erhalten?Hub Site als verbindende Struktur
Sind private oder shared Teams-Kanäle beteiligt?Channel-Site-Governance berßcksichtigen

💡 Enterprise-Regel

Ist die Site Teil eines operativen Arbeitsprozesses, spricht das fĂźr eine Team Site. Ist sie ein Informationsprodukt, spricht das fĂźr eine Communication Site. In reifen Umgebungen werden beide Typen kombiniert und Ăźber Hub Sites verbunden.

🧩 Was leisten Hub Sites und Channel Sites?

Neben den beiden Haupttypen gibt es zwei ergänzende Strukturen, die in größeren Umgebungen wichtig werden:

Hub Sites verbinden verwandte Sites logisch miteinander – mit gemeinsamer Navigation, einheitlichem Design und einem Rollup von Inhalten wie News oder Dokumenten. Sie ersetzen die früher üblichen Subsite-Strukturen, weil eigenständige Site Collections mit Hub-Verbindung flexibler sind.

Channel Sites entstehen automatisch bei privaten und shared Channels in Microsoft Teams. Jeder solche Kanal erhält eine eigene SharePoint-Site mit eigener Berechtigungsverwaltung – getrennt von der Site des Haupt-Teams.

⚠️ Häufig übersehen

Private und shared Channels erzeugen eigene Sites, die nicht von der Berechtigung des Haupt-Teams abgedeckt sind. Wer sie ohne dieses Bewusstsein nutzt, verteilt Inhalte über mehrere Sites mit getrennter Governance – und wundert sich später über Lücken in Berechtigungsübersicht, Archivierung und Reporting.

🔐 Wie werden die Site-Typen berechtigt?

Der Site-Typ bestimmt das Berechtigungsmodell. Bei Team Sites laufen Mitgliedschaft und Zugriff über die zugehörige Microsoft-365-Gruppe bzw. über Microsoft Teams – so bleiben Team, Dateien und verbundene Dienste konsistent. Bei Communication Sites gibt es keine Microsoft-365-Gruppe; hier arbeiten Sie mit SharePoint-Gruppen: Owners steuern die Site, Members pflegen Inhalte, Visitors konsumieren.

Grundregel bei Teamsware

Wir berechtigen nie einzelne Benutzer oder AD-Gruppen direkt auf Websites, Bibliotheken oder Ordner. Stattdessen arbeiten wir mit SharePoint-Gruppen und nehmen die Entra-/AD-Gruppen dort hinein. So wird der Zugriff an einer einzigen Stelle gesteuert – und die Berechtigungsstufe der Gruppe entscheidet über die Rechte.

Gerade bei Communication Sites zahlt sich das aus: Den Autorenkreis bewusst klein halten und die große Lesergruppe über eine AD-Gruppe in der Visitors-Gruppe skalieren – statt Hunderte Einzelberechtigungen zu pflegen.

Details dazu im Artikel „Microsoft-365-Gruppen und Entra-Sicherheitsgruppen richtig einsetzen".

🏗️ Wie sieht eine saubere Architektur aus?

Eine moderne Informationsarchitektur trennt Portalebene und Arbeitsbereichsebene: Communication Sites schaffen Orientierung und stellen zentrale Informationen bereit, Team Sites bilden die operative Ebene fĂźr Teams, Fachbereiche und Projekte.

EbeneSite-TypBeispiel
UnternehmensportalCommunication SiteIntranet, Home Site
FachportalCommunication SiteQM-Portal, HR-Portal, Schulungsportal
ProjektarbeitsraumTeam SiteBauakte, Kundenprojekt, PMO-Workspace
SpezialkanalChannel SiteVertraulicher Projektteilbereich
VerbundstrukturHub SiteProjektportfolio-Hub, Unternehmensbereich

🎯 Einordnung für Projekt- und Bauakten-Strukturen

🎯 Empfehlung von Teamsware

So setzen wir die beiden Site-Typen aktuell ein:

  • ✅ Team Sites fĂźr Projekte und teambezogene Arbeitsbereiche – dort, wo gemeinsam an Dokumenten, Listen und Aufgaben gearbeitet wird. Dazu zählen Bauakten, Kundenprojekte und Fachbereichs-Arbeitsräume.
  • ✅ Communication Sites fĂźr die Projektverwaltung, TeamswareOne und weitere Ăźbergeordnete Module – also fĂźr die steuernde und informierende Ebene oberhalb der einzelnen Projekte.
  • ✅ Hub Sites verbinden beide Ebenen: Die Portalebene bleibt der Einstiegspunkt, die einzelnen Projekt-Sites hängen sich mit gemeinsamer Navigation daran.

Diese Trennung hält die operative Projektarbeit beweglich und die übergeordnete Steuerungsebene stabil – ohne dass Berechtigungen und Navigation vermischt werden.

💡 Merkhilfe

Team Site = wir arbeiten zusammen

Communication Site = wir informieren

Hub Site = wir verbinden

Channel Site = wir trennen bewusst ab

⚠️ Typische Fehler vermeiden

  • Eine Communication Site als Projektarbeitsraum verwenden, obwohl viele Personen gemeinsam Dateien und Listen bearbeiten mĂźssen
  • Eine Team Site als Unternehmensportal verwenden, obwohl primär fĂźr viele Leser verĂśffentlicht wird
  • Einzelne Benutzer direkt berechtigen, statt AD-Gruppen in SharePoint-Gruppen aufzunehmen
  • Subsite-Strukturen bevorzugen, obwohl eigenständige Site Collections mit Hub-Verbindung flexibler sind
  • Private und shared Channels nutzen, ohne deren eigene Sites und getrennte Governance zu berĂźcksichtigen
  • Den Site-Typ nach Optik wählen statt nach Nutzungsmuster
  • Bei Communication Sites den Autorenkreis unkontrolliert wachsen lassen

Teamsware GmbH · Leopoldstraße 31 · 80802 München · www.teamsware.eu